Prognose, Chancen und Risiken

Chancen und Risiken

Als international agierendes Unternehmen mit einem diversifizierten Portfolio ist der Bayer-Konzern einer Vielzahl von internen und externen Entwicklungen oder Ereignissen ausgesetzt, die das Erreichen unserer finanziellen und nicht-finanziellen Ziele in wesentlichem Maße beeinflussen können.

Das Chancen- und Risikomanagement ist bei Bayer integraler Bestandteil des konzernweiten Systems der Unternehmensführung. Für eine ausführliche Darstellung unserer Chancen- und Risikomanagementprozesse und der Chancen- und Risikolage verweisen wir auf den Geschäftsbericht 2017, Kapitel „Chancen- und Risikobericht“. Grundlegende Veränderungen des Bayer Risikoprofils ohne Berücksichtigung der Monsanto-Übernahme haben sich im Vergleich zu unserer Darstellung aus dem Geschäftsbericht 2017 bisher nicht ergeben.

Veränderung des Risikoportfolios durch die Übernahme von Monsanto

Das Risikomanagement Monsanto-bezogener Risiken liegt im Berichtszeitraum unverändert bei Monsanto. Die Berücksichtigung in unserem bestehenden ERM-Prozess wird im Laufe der kommenden Integrationsmaßnahmen geschehen. Der Überblick über die folgenden Risiken setzt daher auf den seitens Monsanto erhobenen und zuletzt veröffentlichten Risiken auf. Eine Bewertung der Risiken in Bezug auf Wahrscheinlichkeit oder mögliche Schadenhöhe wurde nicht vorgenommen. Risiken, die aufgrund der vollzogenen Transaktion entfallen, werden nicht genannt.

Die folgende Tabelle zeigt eine Zuordnung der von Monsanto extern berichteten Risiken zu den wesentlichen Risikobereichen von Bayer. Hierbei wurden die Risiken jeweils nur dem aus unserer Sicht vorrangig betroffenen Risikobereich zugeordnet. Ein Eintreten solcher Risiken könnte sich ebenso auf den Gesamtkonzern und seine Reputation auswirken wie Risiken aus den originären Bayer-Segmenten.

Wesentliche Risikobereiche von Bayer und von Monsanto berichtete Risiken

Risikobereiche Bayer

 

Abschnitte aus dem externen Risikobericht von Monsanto

1

Die im Vergleich zur Darstellung im Geschäftsbericht 2017 (Anhangangabe „Rechtliche Risiken“) eingetretenen wesentlichen Entwicklungen im Bereich der rechtlichen Risiken sind im verkürzten Anhang zum Zwischenabschluss Bayer-Konzern unter „Rechtliche Risiken“ dargestellt.

Strategische Risiken

 

 

 

 

Unternehmenstransaktionen

Operative Leistungsrisiken

 

 

 

 

Geistige Eigentumsrechte

 

 

Entwicklung und Kommerzialisierung der Pipeline-Produkte

 

 

Schwankungen der Rohstoffpreise

 

 

Produktion

 

 

Saisonaler Bedarf an Working Capital und Verschuldungsgrad

Sicherheits-, Qualitäts- und Compliance-Risiken

 

 

 

 

Regulierung des biotechnologisch entwickelten Saatguts, der landwirtschaftlichen Produkte und der Forschungs- und Produktionsprozesse

 

 

Verständnis und Akzeptanz in der Öffentlichkeit für Biotechnologie- und sonstige landwirtschaftliche Produkte

 

 

Einhaltung von Qualitätsanforderungen

 

 

Rechtsstreitigkeiten1

Externe Risiken

 

 

 

 

Wettbewerb

 

 

Geschäftstätigkeit außerhalb der USA

 

 

Wetterereignisse, Naturkatastrophen, Unfälle oder Sicherheitsvorfälle (inkl. Cyber-Angriffe)

Im Folgenden werden jene Abschnitte aus dem Monsanto-Risikobericht dargestellt, die nach unserer aktuellen Einschätzung nicht bereits in vergleichbarer Form im Bayer-Geschäftsbericht 2017, Kapitel „Chancen- und Risikobericht“ berichtet wurden:

Schwankungen der Rohstoffpreise

Produktionsverträge werden zu Marktpreisen mit zahlreichen Saatguterzeugern geschlossen und das erworbene Saatgut wird bis zum Verkauf gelagert. Diese Einkäufe stellen einen erheblichen Anteil der Herstellungskosten für Saatgut dar. Darüber hinaus werden für die Herstellung von chemischen Erzeugnissen chemische Zwischenprodukte und Energie benötigt, die sich bei steigenden Rohöl- und Erdgaspreisen ebenfalls verteuern. Folglich können steigende Rohstoffpreise die Herstellungskosten belasten oder zu Preiserhöhungen führen, was den Absatz beeinträchtigen könnte. Zur Risikominimierung werden Hedging-Strategien angewendet und entsprechende Einkaufsverträge so gestaltet, dass kurzfristige Veränderungen der Rohstoffpreise mitigiert werden. Für mittel- und langfristige Rohstoffpreisveränderungen ist dies hingegen nicht möglich. Das Einkommen von Landwirten ist auch von Agrar-Rohstoffpreisen abhängig, deren Schwankungen zu einer veränderten Nachfrage nach Saatgut und chemischen Produkten führen können.

Saisonaler Bedarf an Working Capital und Verschuldungsgrad

Der Verschuldungsgrad sowie der saisonale Bedarf an Working Capital können die finanzielle und operative Flexibilität mindern. Beispielsweise erhalten Kunden in manchen Regionen regelmäßig Zahlungsziele, damit diese zu Beginn der Anbausaison Pflanzenschutzprodukte und Saatgut erwerben können. Angesichts dieser Vorgehensweise sowie der Saisonalität von Absätzen und Kosten kann der Finanzmittelbedarf zu bestimmten Zeiten des Jahres steigen und eine Notwendigkeit bestehen, kurzfristiges Fremdkapital aufzunehmen. Die kurzfristige Verschuldung kann höher ausfallen, wenn es nicht gelingt, Forderungen gegenüber Kunden zum Zeitpunkt ihrer Fälligkeit einzuholen.

Gesamtbeurteilung durch den Vorstand

Wir sehen keine materiellen Veränderungen der Risikolage im Vergleich zu unserer Darstellung aus dem Geschäftsbericht 2017, wo eine Erhöhung der Risikolage durch die bevorstehende Akquisition von Monsanto bereits antizipiert wurde. Durch den Abschluss der Akquisition sind die Risiken von Monsanto nunmehr auf Bayer übergegangen.

Nach heutiger Einschätzung sehen wir weder Einzelrisiken noch eine Kombination bzw. Wechselwirkung mehrerer Risiken, die zu einer Bestandsgefährdung des Bayer-Konzerns führen könnten.

Die im Vergleich zur Darstellung im Geschäftsbericht 2017 (Anhangangabe „Rechtliche Risiken“) eingetretenen wesentlichen Entwicklungen im Bereich der rechtlichen Risiken sind im verkürzten Anhang zum Zwischenabschluss Bayer-Konzern unter „Rechtliche Risiken“ dargestellt. Der Abschnitt enthält auch die Monsanto-Risiken, sofern sie aus Sicht des Bayer-Konzerns materiell erscheinen.

Vergleich zum Vorjahr